Da die Dinge, die wir in dem Aufruf beschrieben haben, uns fast täglich übern den Weg laufen, wollen wir dies hier zur Veranschaulichung mit Bildern klarstellen, was wir meinen. Wer irgendwelche Videos oder Bilder hat, kann sie uns schicken, oder verlinken. Wir freuen uns über aktive Mitarbeit anderer!

Ampeln

Typische Fu�gänger*innen/Fahrrad Ampel-Situation: Für eine Kreuzung drei Ampeln - wenn es blöd läuft drei mal warten. Macht natürlich kein Schwein - weder zu Fu� noch mit Rad ...
Typische Situation für Menschen zu Fuß oder mit Rad: Drei Ampeln – wenn es blöd läuft drei Mal warten. Das macht natürlich kein Schwein!

Radwege

Viele Menschen des motorisierten Verkehrs behaupten immer, Radfahrer_innen würden sich nicht an Verkehrsregeln halten. Wer viel mit dem Rad fährt, wird bestätigen können, dass dies auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer_innen gilt. Der wesentliche Unterschied ist die Sichtweise auf das, was als wichtige Regel gesehen wird. Hier ein typisches Exemplar:
Gehwegparker in Oldenburg
Auf Gehweg „haltendes“ Auto mit eingeschlatetem „ich weiß, dass ich das nicht darf – mach es aber trotzdem“ Blinker. Nebendran der Radweg – der auch gerne zugeparkt wird, so dass Fahrräder und Fußgänger_innen sich immer wieder in die Quere kommen. Offensichtlich wird das nutzen von Geh- bzw. Radwegen durch andere Verkehrsteilnehmer_innen nicht als Problem gesehen.


Nur mal kurz etwas ausladen… Aber bitte nicht auf Kosten eines blockierten Radweges! Die Straße ist zum Parken breit genug.

Auch wenn scheinbar noch Platz auf dem Radweg scheint – für Eltern mit Kindern im Hänger, wird es schnell mal ganz schön eng:
Radwegparker 5 - Mit Kindern im Hänger - viel Spaß ...

Offensichtlich ist es für Auto- bzw. in diesem Fall LKW-FahrerInnen selbstverständlich, dass Menschen auf Fahrrädern die Fußwege zum ausweichen nutzen werden – oder warum parken sie dann so wie dieser LKW?
Also auf den Fußweg ausweichen?

Was es extrem viel gibt, was aber nur mit Helmkamera oder Video aufzunehmen geht, sind die vielen Gelegenheiten, bei denen schneller fahrenden Radler_innen der Weg abgeschnitten wird, die Vorfahrt genommen wird etc.. Das kann bisweilen recht gefährlich sein, manchmal nervt es auch nur, so wie das Taxi im folgenden Video as Berlin. Sowas kommt ständig vor:

Dokumentation zum Radfahren in Berlin

Das nicht Mitdenken von der Planer_innen im Bezug auf Radler_innen ist nicht nur ein städtisches Problem, wie folgendes Video zeigt:

Typische Radwegplanung hier am Beispiel Kesselberg

… oder einfach so:
Oder Nei�e Radweg
von Oder-Neiße-Radweg

Positivere Entwicklungen gibt es dagegen in Kopenhagen:
Bericht aus dem Bremer Regionalfernsehen über Radfahren in Kopenhagen. Was der Bremer Stadtplaner dazu zu sagen hat ist dagegen wie immer dürftig.

In der Kategorie „schlechte bzw. unzumutbare Radwege“ ganz weit vorne; diese beiden Exemplare:

Ein sehr kurioses Beispiel zum Thema „fahrradfreundliche Radwege“ seht ihr hier. Leider hat uns der_die Einsender_in nicht mitgeteilt, wo er_sie das Foto aufgenommen hat…


Radweg ist zu Ende, klar, also muss ich auf die Fahrbahn wechseln. Warum muss ich aber vorher Vorfahrt achten UND absteigen?


Mehrere Brücken über den Kanal sind recht schmal, sodass der_die Radfahrer_in absteigen soll, damit Fusgänger_innen nicht gefährdet werden. Hundeführer_innen machen es sogar recht gut vor: Lassen den Hund zurück, gehen durch und wenn frei, wir der Hund hergepfiffen. Pfiffige Idee!


Baustelle bei soll auf der anderen Straßsenseite umfahren werden. Ohne Kommentar…
Auf dieser Baustelle stand ein Bauzaun aus unerklärlichen Gründen quer zum Radweg. Im halb dunkeln wäre man fast da rein gerast. Unter anderem wurde an dem folgenden Kreisverkehr den Radler_innen die Vorfahrt genommen. Früher war es eine abknickende Vorfahrt, die man geradeaus auf dem Radweg ohne Achtung durchfahren durfte. Heute muss man im neuen (4fach) Kreisverkehr auf dem Radweg fahren und beim Überqueren der Einmündungen die Vorfahrt beachten!


Warum die Verwaltung bzw. die Stadtplaner beschlossen haben, den für Kölner Verhältnisse recht breiten Fahrradstreifen zur Hälfte mit einer Art Kopfsteinpflaster zu versehen wird wohl auf ewig deren Geheimnis bleiben. Zur Erbauung der Radfahrer_Innen und zur Auflockerung hat man dafür in regelmäßigen Abständen ein paar Gullis eingefügt


Konsequenterweise wird die für Radfahrer_Innen recht angenehm zu fahrende Seite des Radstreifens von den Autos mitbenutzt. Vor allem zur Rushhour ist ein Durchkommen für Fahrräder mit Anhänger unmöglich. Dann staut sich der Verkehr und mensch steht als Radfahrer fröhlich mit im Stau.


Für Lieferant_Innen, aber auch für viele andere Autofahrer_Innen scheint roter Aspalt gleichbedeutend mit „Parkzone“ zu sein. Anders kann ich mir diese Szene nicht erklären. Besonders schön: Hier werden gleich die Radstreifen auf beiden Fahrbahnseiten zugeparkt.


Auch sehr schön, ein Umzugswagen parkt entgegen der Fahrtrichtung auf dem Radstreifen. Die im Vordergrund zu erkennenden Warnbarken haben übrigens nichts mit dem Wagen zu tun. Die stehen einfach nur so, ohne erkennbaren Grund, auf dem Radstreifen. Gegenüber steht auch mal wieder ein Paketdienst auf dem Radstreifen.


Gerne wird von Fahrradfahrer_innen verlangt, sich an die StVo zu halten. In diesem Fall heißt das also, absteigen, das Fahrrad um das Klo herumschieben und dann wieder aufsteigen. Wenn das alles so
unproblematisch ist, warum steht das Klohäuschen nicht auf der Straße?


Hier kann man nur mit einem Kinderfahrrad gefahrlos durchfahren. Das ein Schild schonmal angefahren wird und dann schief steht kann passieren, aber warum es dann Monate lang als potentieller Schädelspalter für Fahrradfahrer_innen so stehen gelassen wird ist mir schleierhaft. Und wieder heißt es absteigen, daß Fahrrad um das Schild herumschieben und wieder aufsteigen. Diese Radfahrerin macht es natürlich völlig falsch und ist somit eindeutig eine Gefahr für die Allgemeinheit. Naja schnell kann sowieso nicht gefahren werden, denn – wie zu sehen – blockieren Autofahrer gerne an diversen Ausfahrten den Fahrradweg, immer der Ansicht Vorfahrt zu haben.


Suche den Fahrradweg. Die Straßen in Köln werden im Herbst penibel laubfrei gehalten. Nasses Laub ist schließlich gefährlich…


Eine eigene Fahrspur für Fahrräder sogar mit eigener Ampel die vorrangig vor dem Autoverkehr geschaltet ist. Super und in Köln eine absolute Seltenheit. Schade, daß das ganze am Baustellenzaun gegenüber ein Ende nimmt und man sich dann links in den fließenden Verkehr einordnen muß. (sieht auf dem Foto jetzt nicht so schlimm aus, aber die Straße liegt in der Innenstadt und ist sehr stark befahren) Mensch könnte ja jetzt meinen:“Ist ja alles nicht so schlimm die Baustelle verschwindet ja auch wieder“ Warum aber wird für Autos bei jeder noch so kleinen Baustelle ein Verkehrsmanagment in Gang gesetzt um den Verkehrsfluss nicht zu gefährden und mögliche Unfälle zu vermeiden, aber bei Radfahrer_innen werden solche Siuationen zugelassen? Ob die Situation nach Verschwinden der Baustelle besser wird ist eh fraglich. Da wo früher der Radweg weiterging steht nämlich demnächst ein Hotel.

Eine Unterstützerin aus Rostock hat folgende Bilderserie hochgeladen:
Radwege in Rostock.
Dazu ist sinnvoll zu wissen, dass Radwege nach StVO mindestens 1,5 Meter breit sein müssen. Dies ist schon sehr wenig, wenn es darum geht andere zu überholen, was im Alltag von Radfahrenden sehr oft vorkommt. Wenn dann jemand mit Anhänger oder Lastenrad unterwegs ist, wird es noch schwieriger. Bei den dargestellten Radwegen geht es dann gar nicht mehr.

Schild, Holler-Allee, Bremen
Es sollte übrigens keine Stadt meinen, bei Ihr würde das nicht vorkommen. Hier ein Beispiel aus Bremen, einer Stadt, die sich rühmt angeblich sehr Fahrrad freundlich zu sein.

Ähnliche Probleme zeigen die Bilder eines Unterstützers der Seite aus Genf: Die Ignoranz gegenüber dem Radverkehr.

Vorweihnachtszeit ist scheinbar „ich parke gerade mal so hier, weil sonst ja nichts frei ist“-Zeit. Dabei werden so manche Dinge klarer:

Parken auf Gehweg, Dechanatstra�e Bremen
Geparkt wird überall, egal ob auf Gehweg oder Radweg, der von der Straße kommend auf einen eigens gepflasterten Bereich geführt wird. Beschilderung ist ab einem bestimmten Punkt scheinbar auch völlig egal.

Dechanatstr. Parken auf Radweg Bremen Weihnachten
Dechanatstr. Parken auf Radweg Bremen Weihnachten
Radwege, die als abgetrennte Spuren auf der Fahrbahn sind, scheinen sich auch gut zum Parken zu eignen. Beim zweiten Bild ist im Hintergrund zu erkennen, dass Radfahrer_innen dann eben auf die Straße ausweichen müssen.

Dechanatstr. Parken auf Radweg Bremen Weihnachten
Anderer Tag, gleiche Stelle, gleiche Auto-Art …

Wenn aber Radwege auf einer Ebene mit Fußwegen gebaut sind und durch einen Bordstein zur Straße abgetrennt sind, ist es nicht mehr so einfach auf die Auto-Fahrbahn auszuweichen. Die Folge ist, dass es zu Konflikten mit Fußgänger_innen kommt:
Parken auf Gehweg, Balgebrückstr. Bremen
Parken auf Gehweg, Balgebrückstr. Bremen
Zwar sieht die StVO vor, dass bei der Blockade des Radweges die Radfahrer_innen auf die Auto-Fahrbahn ausweichen sollen, jedoch ist dies bei Radwegen, die einen Bordstein zur Fahrbahn haben nur mit großem Risiko möglich. Also wird meistens auf den Fußweg ausgewichen, was weder erlaubt noch sinnvoll ist. Es ist aber für Radler_innen oft annähernd alternativlos. Dies liegt aber sowohl an den Autofahrer_inne, als auch an der Verkehrsplanung

Parken auf Gehweg, Oldenburg
Umgekehr weichen Fußgänger_innen bei zugeparkte Gehweg auch auf den Radweg (na, wer kann ihn spontan erkennen?) aus. Wo sollen sie denn auch sonst hin?

Hier noch ein Sammlung aus Bremen zum Thema kreatives Parken. Solche Fotos können wir vermutlich unendlich sammeln. Wir halten dies auch für sinnvoll, um einmal deutlich zu machen, was es bedeutet Rad zu fahren. Auch wird darin klar, dass offenbar auch Autofahrer_innen immer davon ausgehen, das Radler_innen – vor allem auf den Gehweg – ausweichen könnten.

Winterdienst – für wen?

Ein typisches Problem für Menschen auf Fahrrädern ist der Winter. Gut, es ist schon nicht schön ,wenn es kalt ist, schneit und die Dunkelheit macht auch keinen Spaß. Vor allem aber ist es leicht mal sehr glatt. Dies ist auf zwei Rädern nicht so leicht zu beherrschen, wie mit vier Rädern. Offenbar ist es aber eine Überforderung für den Räumdienst hier noch an Menschen mit Fahrrädern zu denken. Hier ein erstes Beispiel dafür, welches uns zugeschickt wurde – wir werden weitere sammeln.

Schneehaufen auf Radweg in Bremen
Schneehaufen auf Radweg in Bremen im Winter 2014

Allgemeine Dokumentationen

In der Tagesschau vom 14.5.2013 ist ein guter Bericht über das Radfahren in London. Sicher ist die Stadt noch verrückter als manches, was wir so kennen. Aber insgesamt zeigt er doch viele Szenen aus der Sicht der Radfahrer_innen. Auch die Gewalt von Autofahrern (meist Männer), die sich irgendwie von Menschen auf Fahrrädern angegriffen fühlen ist uns schon unter gekommen.

Fahrradkontrollen

Da erklär doch mal jemandem, warum man als Fahrradfahrer_in tagsüber ein funktionstüchtiges Licht (vorne & hinten) mitführen soll. Nachts macht das ja durchaus Sinn. Aber so etwas auch tagsüber am Radel haben zu müssen, ist doch aus einer Zeit, in der Fahrräder noch nicht erfunden waren.


Noch in Sichtweite auf dem Radweg parkender Lieferfahrzeuge dann diese Szene: Ein Polizist, offenbar ziemlich kurzsichtig, holt die Radfahrer_Innen aus dem Verkehr die eine rote Fußgängerampel überfahren. Ich habe mir mal den Spaß gemacht und ihn eine Weile beobachtet. Jeder noch so kleinen Verkehrsverstoß von Radfahrer_Innen wurde durch ihn sofort geandet (z.b. Radfahrer_Innen die vom Radweg kommend die drei Meter bis zum Fahrradständer auf dem Fußweg fuhren) Die teilweise direkt vor seiner Nase „nur mal kurz Haltenden“ Autos auf dem Radstreifen konnte er aber leider offensichtlich nicht erkennen. Ob der Bezirksbürgermeister das meinte, als er mehr Kontrollen auf der Venloer Straße versprach…